Faktencheck fürs Kabarett? Anstaltsmacher: „freiwillig und zur Versachlichung der Diskussion“ – Update

„Wer von Kriegshetzern vor Gericht gezerrt wird, kann morgens in den Spiegel schauen und weiß, dass er auf der richtigen Seite der Geschichte steht.“

Wie drück‘ ich genau das am Besten aus, hab‘ ich mich in der zeitnahen Vergangenheit des öfteren gefragt, wenn mir das Gelächter der Zuschauer in den Liveshows auf den Sender gegangen ist. Amüsieren sich da und geben lauthals bekannt die Pointen verstanden zu haben, um schon kaum dass die Show vorbei ist, wieder das bewährte Rädchen im Getriebe zu sein …

Hat sich erledigt, nu‘ seht’s so im Beitrag, wie ich es empfinde und für Lesemuffel gibt’s auch noch ein Video in dem sich Lisa Fitz entsprechend äussert!

„Viele meiner Kollegen sind systemimmanente Hofnarren geworden …
Es macht wenig Sinn, wenn nur „abgelacht“ wird, denn das funktioniert dann etwa so wie eine seelische Klimaanlage, so ist man befreit, man hat gelacht und dann geht der Scheiss halt weiter…
Was jetzt intern so abgeht, kann ich nicht sagen; was senderintern gestrichen oder vorgegeben wird, das weiss ich nicht. Ich weiss sie (die Kabarettisten wie z. B. bei der Anstalt / Heute Show) haben relativ viel Freiheit, aber ich glaube auch das ist deswegen, weil man weiss, sie sind ja nicht wirklich gefährlich. Also wirklich gefährlich ist überhaupt keiner; … und sonst könnte es sein, dass der dann auch genauso schnell wieder weg is’ …“
(Lisa Fitz im RT Interview)

Die Propagandaschau

zdf_80Es ist so absurd wie aufschlussreich: Während die sogenannten „Nachrichten“-Sendungen der öffentlich-rechtlichen tagtäglich Desinformation, Lügen und Propaganda aus dubiosesten Quellen und gewohnheitsmäßig ohne jeden Beleg verbreiten, werden die Macher des Kabarettformats „Anstalt“ vom ZDF genötigt, die Inhalte ihres Programms mit Fakten zu belegen und sich auf diese Weise öffentlich zu rechtfertigen.

die-anstalt-teaser-525Nach einer vielleicht etwas zu harschen aber allemal berechtigten Kritik an der vorletzten Ausgabe der „Anstalt“ fanden Uthoff, von Wagner und Kollegen am vergangenen Dienstag zu alter Stärke, als sie in einer satirisch zugespitzten Gerichtsverhandlung den Hintergründen des Syrien-Kriegs auf den Grund gingen.

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Teatime (& Trost) in der Horrorbibliothek

Teatime (& Trost) in der Horrorbibliothek
Nur keine Berührungsängste –
Intellektuelle sind (akademisch
oder künstlerisch gebildete Personen
und – beruflich – geistig tätig) unter uns.
Im Übrigen muss man ja nicht immer
alles verstehen, im Gegenteil –
kein Mensch versteht einen anderen
so ganz!
Schöner Einstieg in den November;
so nimmt man der Depression den
Wind aus den Segeln, lässt es gut
beraten der großen Denkers Sache
sein, die Welt zu verstehen, sie zu
verachten, und übt sich derweil darin,
sich selbst, die Welt und alle Wesen
mit Liebe, Bewunderung und Ehrfurcht
betrachten zu können.
Denn das bleibt uns unbenommen
in dieser nicht so heilen Welt, zu
üben was wir noch nicht können!
╰დ╮ૐ╭დ╯

Teatime in meiner Horrorbibliothek

Von Dirk C. Fleck

Ein Tag im November, nachmittags 14 Uhr. In den Wohnzimmern gegenüber brennt Licht. Die Stadt zieht die Schultern ein im Regenstaub. Novembertage sind wie Ertrinkende: kaum dass sie sich ans Licht erheben, versagen ihre Kräfte. Sie tauchen aus Nacht und Dämmerung, tropfend, besudelt und klamm. Legen sich auf die Gesichter der Menschen. Stumpfe Masken in gezähmter Hysterie. Sie schlurfen durch den Gestank, den der Nebel bindet. Man muss in die Offensive gehen, um ihre schreckliche Macht zu brechen, von der sie keine Ahnung haben. Jemand nach der Uhrzeit fragen, zum Beispiel. Oder mit einer heißen Tasse Tee in der Hand wieder einmal seine Bücher aufsuchen, ein wenig herum stöbern …

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