Ganz schön frech waren sie geworden

Ganz schön frech waren sie geworden

Ganz schön frech sind sie geworden,
und dann auch ziemlich eigenwillig!

Seit ich meinen beiden Hunden das „Du“ angeboten hatte, waren sie nicht mehr, die sie vorher mal waren. Früher haben sie zu mir aufgeschaut, und man sah ihnen an, dass sie mich gern hatten und respektierten. Sie schienen mich für einen ganz besonderen Anführer zu halten, der Dosen öffnen und einkaufen kann!

Wir waren damals schon über fünf Jahre ein Rudel, was für sie offenbar wie Familie ist. Ich bin der älteste von uns, und so dachte ich ein paar Wochen vor den folgenden Ereignissen, „wir kennen uns nun schon so lange und haben immer zusammen gehalten, ich könnte ihnen eigentlich mal das >Du< anbieten.“ Ich tat es! Da schauten sie erst mal ganz erstaunt, und ich hatte das Gefühl, sie haben sich gefreut und waren auch etwas stolz. Seitdem duzten sie mich, und erst war auch noch alles in Ordnung; aber so nach und nach verloren sie den Respekt mehr und mehr. Ich musste feststellen, dass sie sich hinter meinem Rücken über mich lustig machten, und wohl der Meinung waren, sie könnten alles mögliche besser, wenn nicht mehr ich das Alphaltier wär‘, sondern einer von Ihnen! (Fragt sich immer noch, wer denn wohl genau …) Dann wollten sie immer häufiger nur trockene Haferflocken oder Mehl zu fressen haben, bis sie zuletzt, eine Woche vor diesem Lebensabschnittsende, meinten, sie wollten jetzt Vegetarier werden, und ich sollte keine Fleischknochen und kein Hackfleisch mehr für sie kaufen; aber da hatte ich endgültig die Schnauze voll und bellte: „Seid Ihr jetzt völlig übergeschnappt? Ich bin und bleibe der Boss und bestimme was gefressen wird! Und das ist, was in die Näpfe kommt. Ab sofort möchte ich wieder, dass ihr „Sie“ zu mir sagt!! Dann hab‘ ich ein großes Stück Fleischwurst abgeschnitten, zunächst durch zwei geteilt und dann die eine Hälfte noch einmal, genau in der Mitte geteilt und die andere geviertelt. Da hatten wir also zwei große und vier kleine Stücke; erst hab ich ein großes gefressen und dann jedem der Hunde ein kleines gegeben, was sie dann ja auch anstandslos genommen haben. Dann war ich natürlich wieder dran, und ich nahm wieder das doppelt so große Stück, sonst wär’s ja für die Hunde ungleich, und somit weniger gerecht gewesen. Dann gab ich ihnen noch die beiden restlichen kleinen Stücke von der Wurst, und seitdem ist wieder alles in bester Ordnung …

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